Zusammensetzung von Kommissionen

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Im Universitätsgesetz 2002 ist verankert, dass universitäre Kollegialorgane einen mindestens 50%igen Frauenanteil aufweisen müssen. (vgl. § 20a Abs 2 UG)

Wird die Frauenquote in Kommissionen erfüllt?

In der Broschüre "Zahlen, Fakten, Analysen. chancengleichheit an der uni graz 2014" wird anschaulich dargestellt, wie sich die gesetzliche Verpflichtung zur Erfüllung der Frauenquote in Kommissionen in den letzten Jahren entwickelt hat. Wie unten stehende Grafiken zeigen, erfüllt derzeit nur ca. die Hälte aller Kommissionen diese Quote.

Die Broschüre ist bereits in den Jahren 2006 und 2010 erschienen und dokumentiert somit diese Entwicklung im Zeitverlauf. Ältere Ausgaben finden Sie in unserem Archiv.

Frauenquote in Universitätsgremien

In der Wissensbilanz 2014 wird die Frauenquote in Universitätsgremien analysiert (siehe Grafik):

Von den 24 Berufungskommissionen, die 2014 tätig waren, weisen 13 eine hinsichtlich des Frauenanteils korrekte Zusammensetzung auf, womit der Anteil korrekt zusammengesetzter Berufungskommissionen auf 54% sinkt (2012: 58%, 2013: 62%). Von den 11 Kommissionen, die unter 40% Frauenanteil aufweisen, waren drei nur mit einer Frau besetzt, wohingehend nur drei Kommissionen unter 40% Männeranteil aufweisen (1x 20%, 2x 30%). Die Quote wurde von allen Kommissionen der URBI Fakultät erreicht, mehrheitlich an der GEWI-Fakultät (5 von 7). Die Kommissionen der REWI- (1 von 2), SOWI- (2 von 6) und vor allem der NAWI-Fakultät (1 von 4) verfehlen die gesetzlichen Vorgaben zum Teil deutlich, ebenso eine interfakultäre Kommission von GEWI und REWI. Nach Kurien betragen die Frauenanteile bei den ProfessorInnen 30%, beim Mittelbau 44% und bei Studierenden 63%. Diese liegen damit im Bereich der Frauenanteile der jeweiligen Gruppe.

Bei den Habilitationsverfahren haben 11 von 16 Kommissionen die gesetzliche Quote erreicht, diese weisen Geschlechteranteile zwischen 40-60% auf. Jene fünf Kurien, die die erforderliche Frauenquote nicht erreichen, sind großteils an der NAWI-Fakultät, einmal GEWI und liegen bei 10-30% Frauenanteil. Nach Kurien lagen die Frauenanteile bei den ProfessorInnen bei 28%, beim Mittelbau bei 50% und bei den Studierenden bei 56%, was (mit Ausnahme der Studierenden) der Geschlechterverteilung der jeweiligen Kurie entspricht.

Bei den Curriculakommissionen erreichen 29 von 54 Kommissionen die erforderlichen 40% Frauenanteil, was eine leichte Steigerung zum Vorjahr bedeutet. Hier zeigen sich wieder große fakultätsspezifische Unterschiede.

Quelle: Wissensbilanz 2014

 

 

Gesetzliche Grundlagen zur Zusammensetzung von Kommissionen - Auszug aus dem Universitätsgesetz

§ 20a. (1) § 20a gilt für alle gemäß diesem Bundesgesetz sowie durch den Organisationsplan und die Satzung der Universität eingerichteten Kollegialorgane, sofern in diesem Bundesgesetz nichts anderes bestimmt ist. Prüfungskommissionen sind von der Anwendung dieser Bestimmung ausgenommen.

(2) Jedem Kollegialorgan gemäß Abs. 1 haben mindestens 50 vH Frauen anzugehören. Bei Kollegialorganen mit einer ungeraden Anzahl von Mitgliedern erfolgt die Berechnung, indem die Anzahl der Mitglieder rechnerisch um ein Mitglied zu reduzieren ist und der erforderliche Frauenanteil von dieser Anzahl zu bestimmen ist.

(3) Sowohl der Senat als auch die Bundesregierung haben bei der Wahl bzw. Bestellung der Mitglieder des Universitätsrats Abs. 2 zu beachten.

(4) Die Erstellung der Liste der Kandidatinnen und Kandidaten als Teil der Wahlvorschläge für die zu wählenden Vertreterinnen und Vertreter der Gruppen gemäß § 25 Abs. 4 Z 1, 2 und 3 hat so zu erfolgen, dass mindestens 50 vH Frauen an wählbarer Stelle zu reihen sind. Dies gilt auch für die zu wählenden Ersatzmitglieder. Abs. 2 zweiter Satz ist anzuwenden. Erhebt der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen keine Einreden der Mangelhaftigkeit der Wahlvorschläge gemäß § 42 Abs. 8d, gilt der auf Grund dieser Wahlvorschläge gewählte Senat jedenfalls im Hinblick auf Abs. 2 als richtig zusammengesetzt.

§ 42 (8a) Das jeweilige Kollegialorgan hat den Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen unverzüglich über seine Zusammensetzung zu informieren. Ist der Frauenanteil von mindestens 50 vH gemäß § 20a Abs. 2 nicht ausreichend gewahrt, so kann der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen binnen vier Wochen die Einrede der unrichtigen Zusammensetzung an die Schiedskommission erheben. Die Einrede der unrichtigen Zusammensetzung hat zu unterbleiben, wenn sachliche Gründe vorliegen. Ist das Kollegialorgan unrichtig zusammengesetzt, und erhebt der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen Einrede, sind die Beschlüsse des Kollegialorgans nichtig. Erhebt der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen nicht fristgerecht die Einrede der unrichtigen Zusammensetzung, gilt das Kollegialorgan im Hinblick auf § 20a Abs. 2 als richtig zusammengesetzt.

Informationen vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zur Umsetzung der geschlechtergerechten Zusammensetzung von Kollegialorganen an Universitäten finden Sie hier.

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Kontakt

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+43 (0)316 380 - 1028

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