Sexualisierte Belästigung

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Zu den Aufgaben des AKGL gehört die Beratung und Unterstützung von Universitätsangehörigen (also Studierenden, WissenschafterInnen und allgemeinem Universitätspersonal der Universität Graz), z.B. bei Fragestellungen in Zusammenhang mit sexualisierter Belästigung, Belästigung auf Grund des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder der Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung und sonstiger Diskriminierung. Mit der folgenden Zusammenstellung von Informationen können Sie sich einen ersten Einblick in diesen Themenbereich verschaffen.

 

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Sollten Sie von Diskriminierung, sexualisierter Belästigung oder Mobbing bzw. Belästigung betroffen sein, können Sie gerne einen persönlichen Termin für ein vertrauliches Beratungsgespräch vereinbaren.
Sie können sich auch anonym an uns wenden.
Wir behandeln Ihr Anliegen selbstverständlich vertraulich.

 

FAQ Sexualisierte Belästigung:

 

Wann kann von sexueller bzw. sexualisierter Belästigung* gesprochen werden?

Sexuelle bzw. sexualisierte Belästigung ist eine Form der Gewalt und des Missbrauchs. Es ist keine Annäherung, die auf Gegenseitigkeit beruht, sondern die gegen den Willen einer der beteiligten Seiten geschieht. Sexuelle Belästigung ist eine Form psychischer und/oder physischer Gewalt. Belästigende Personen versuchen, Macht und Überlegenheit zu demonstrieren und verletzen die Würde der Betroffenen.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz oder im Studium ist ein Delikt, das Rechtsfolgen nach sich ziehen kann. Das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz legt fest, dass Diskriminierung aufgrund des Geschlechts eine Dienstpflichtverletzung darstellt. Sexuelle Belästigung wird explizit als Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes deklariert und kann zu Schadenersatzansprüchen führen.

Oft kann es schwierig erscheinen, das Erlebte einzuordnen. Die Grenze zwischen sexueller Annäherung und sexualisierter Machtausübung kann manchmal verschwimmen. Es kann hilfreich sein, die Situation zu reflektieren und dabei gut auf sich selbst zu hören.

Sexualität beruht auf Gegenseitigkeit. Handlungen, die ohne das Einverständnis einer Seite zustande kommen, können zu sexualisierter Belästigung zählen. Die Ablehnung der Handlung zum Ausdruck zu bringen, kann ein wichtiger Schritt sein.

Quelle und weitere Informationen: https://static.uni-graz.at/fileadmin/Akgl/3_Fuer_Betroffene/sex_belaest_net_09_2017.pdf

 

* In der Fachwelt wird inzwischen meist von "sexualisierter Gewalt" gesprochen (anstelle von "sexueller Gewalt"), da Motive für sexualisierte Gewalt nicht vorwiegend der Sexualität zuzuordnen sind, sondern überwiegend Demonstrationen von Überlegenheit bzw. Macht sind (siehe Broschüre der Beratungsstelle Tara bzw. gewaltinfo.at). Dies trifft gleichermaßen auf sexualisierte Belästigung zu.

 

 

Was zählt zu sexualisierter Belästigung am Arbeitsplatz?

Sexualisierte Belästigung am Arbeitsplatz kann visuell, verbal oder körperlich sein. Beispiele dafür sind:

  • Pornografische Bilder oder Poster von Pin-ups im Arbeitsbereich (auch am PC)
  • Anstarren, taxierende Blicke
  • anzügliche Witze, Hinterherpfeifen, anzügliche Bemerkungen
  • eindeutige verbale sexuelle Äußerungen
  • unerwünschte Einladungen mit eindeutiger (benannter) Absicht
  • Telefongespräche, Briefe, E-Mails oder SMS-Nachrichten mit sexuellen Anspielungen
  • Versprechen von beruflichen Vorteilen bei sexuellem Entgegenkommen
  • Androhen von beruflichen Nachteilen bei sexueller Verweigerung
  • zufällige/gezielte körperliche Berührungen (z.B. Po-Kneifen und -Klapsen)
  • Aufforderung zu sexuellen Handlungen
  • exhibitionistische Handlungen

Quelle und weitere Informationen: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/255/Seite.2550002.html

 

Welche Folgen kann sexualisierte Belästigung haben?

Sexualisierte Belästigung kann sich unterschiedlich auswirken. Es kann zu psychischen Beeinträchtigungen wie z.B. zu Angstzuständen, Nervosität, Ess- und Schlafstörungen, Alpträumen, einer Beeinträchtigung der Wahrnehmung, Konzentrations- und Leistungsstörungen oder auch zu einer Depression kommen. Außerdem sind körperliche Folgen wie Kopfschmerzen, Verdauungsschwierigkeiten, Kreislaufbeschwerden usw. möglich. Scham und Peinlichkeit spielen oft eine Rolle. Sich Hilfe von außen zu holen, kann in dieser belastendenden Situation dabei helfen, psychische und körperliche Reaktionen zu bewältigen.

Quelle und weitere Informationen: http://www.taraweb.at/sexuelle-gewalt/

 

Wie kann ich mich wehren?

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist ein Unrecht, gegen das sich jede betroffene Person wehren sollte. Ignorieren, aus dem Weg gehen oder Verändern von Gewohnheiten führt grundsätzlich nicht zum Ziel. Die Situation ändert sich meist nicht und wird auf Dauer unerträglich. Folgende Möglichkeiten können in Betracht gezogen werden:

  • Suchen Sie die Schuld nicht bei sich.

  • Nehmen Sie die eigenen Gefühle und Wahrnehmungen ernst. Es kommt auf Ihr subjektives Empfinden an.

  • Abwehren, statt ignorieren! Bringen Sie Ihren Unmut über unerwünschte Berührungen oder andere Zudringlichkeiten deutlich zum Ausdruck! Weisen Sie die Belästigung klar und direkt zurück.

  • Sichern Sie Beweise! Dokumentieren Sie die Vorfälle schriftlich.

  • Fordern Sie, dass ein derartiges Verhalten Ihnen gegenüber künftig zu unterlassen ist.

  • Ansprechen! Sprechen Sie mit Personen Ihres Vertrauens, aber achten Sie darauf, dass die Informationen vertraulich behandelt werden. Wenn die Belästigerin/der Belästiger ihr/sein Verhalten nicht ändert, können Sie die Vorfälle Ihrer Vorgesetzten/Ihrem Vorgesetzten melden.

  • Wenn Sie das Verhalten der Belästigerin/des Belästigers öffentlich machen, ist es wichtig, rechtzeitig eine geeignete Strategie für den Fall zu entwerfen, dass diese/dieser die Vorwürfe von sich weist.

  • Personen, die mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung konfrontiert werden, neigen dazu, zurückzuschlagen. Klagen wegen übler Nachrede können folgen. Suchen Sie daher kompetente Unterstützerinnen/Unterstützer (AKGL/Betriebsrat/ÖH usw).

  • Lassen Sie sich von kompetenter Seite beraten. Sie können sich jederzeit mit der Bitte um ein vertrauliches Gespräch an uns wenden.

Quelle und weitere Informationen: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/255/Seite.2550005.html

 

Was kann ich tun, wenn meine Kollegin/mein Kollege sexuell belästigt wird?

Wenn Sie Zeugin/Zeuge von sexueller Belästigung geworden sind, schauen Sie nicht weg, sondern gehen Sie aktiv auf die betroffene Person zu und bieten Sie Ihre Hilfe an. Die betroffene Person kann überfordert sein und sich hilflos und ausgeliefert fühlen. Bieten Sie daher Unterstützung an und lassen Sie die Person mit dieser Ausnahmesituation nicht allein.

Wichtig: Behandeln Sie die Angelegenheit unbedingt vertraulich!

Quelle und weitere Informationen: media.arbeiterkammer.at/ooe/publikationen/arbeitundrecht/B_2016_Sexuelle_Belaestigung_am_Arbeitsplatz_NEU.pdf

 

Was kann ich als Führungskraft tun?

Das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz verpflichtet ArbeitgeberInnen, ArbeitnehmerInnen vor sexueller Belästigung durch KollegInnen bzw. Dritte zu schützen. Es zählt daher zu den Aufgaben von Führungskräften, ein Arbeitsklima zu schaffen, in dem sexuelle Belästigung keinen Platz hat. Zu den Pflichten der ArbeitgeberInnen gehören beispielsweise der Schutz der geschlechtlichen Selbstbestimmung und der Intimsphäre durch konkrete und präventive Abhilfe, das unverzügliche Einschreiten und die Klärung des Sachverhalts (vgl. § 8 Abs 1 Z 2 B-GlBG). Führungskräfte müssen angemessene Abhilfemaßnahmen schaffen, um die Betroffenen zu schützen. Gerne können Sie sich bei Fragen vertraulich an uns wenden.

 

Wo finde ich noch weitere Informationen zu diesem Thema? (Erste Hilfe-Maßnahmen)

Weitere Informationen finden Sie z.B. in der Broschüre "Sexualisierte Belästigung: Gegenstrategien und Verhaltensvorschläge" der Koordinationsstelle für Geschlechterstudien, Frauenforschung und Frauenförderung der Karl-Franzens-Universität Graz und in der Broschüre "Sexualisierte Gewalt und Trauma" der Beratungsstelle Tara.

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie auch auf der Webseite des Bundeskanzleramtes. Zusätzlich können Sie unter dem Punkt "weiterführende Informationen" links oben sowie im Menüpunkt "Links und weitere Infomaterialien" weitere hilfreiche Informationen finden.

 

An wen kann ich mich wenden, wenn ich ein persönliches Gespräch führen möchte?

Die Mitglieder des AKGL stehen gerne für ein vertrauliches (wenn gewünscht auch anonymes) Gespräch zur Verfügung. Alle Mitglieder des AKGL unterliegen der Amtsverschwiegenheit. Ihr Anliegen wird absolut vertraulich behandelt und weitere Maßnahmen werden nur auf Ihren ausdrücklichen Wunsch gesetzt. Es ist daher möglich, ein Gespräch zu führen, in dem Sie Ihr Anliegen für sich klären können, ohne dass danach weitere Schritte gesetzt werden - über das Setzen weiterer Maßnahmen entscheiden Sie selbst. Einen Beratungstermin können Sie per E-Mail unter akgl(at)uni-graz.at oder per Anruf unter 0316/380-1028 vereinbaren.

In erster Linie stehen für Gespräche die Vorsitzende des AKGL, Frau Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Maria Elisabeth Aigner, Pastoralpsychologin und Lebens- und Sozialberaterin, sowie Frau Mag. Ulrike Schustaczek, Juristin, Mediatorin und Coach, zur Verfügung. Weiters aber auch unsere Koordinationsbeauftragten und Mitglieder des AKGL.

 

Auszug aus dem Bundes-Gleichbehandlungsgesetz (§ 8 B-GlBG):

"Was ist sexuelle Belästigung?": Auszug § 8 B-GlBG


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Kontakt

Büro des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen
Harrachgasse 34, 8010 Graz

+43 (0)316 380 - 1028

http://akgl.uni-graz.at

Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr & nach Vereinbarung

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