Mobbing

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„Der Begriff Mobbing beschreibt eine Konflikteskalation am Arbeitsplatz, bei der das Kräfteverhältnis zu Ungunsten einer Partei verschoben ist. Diese Konfliktpartei ist systematisch feindseligen Angriffen ausgesetzt, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, häufig auftreten und zu maßgeblichen individuellen und betrieblichen Schädigungen führen können.“1

Rechtliches
Mobbing-Handlungen können straf-, zivil- und dienst- bzw arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Wesentlich für die Rechtsdurchsetzung ist regelmäßig die Beweisbarkeit und Nachvollziehbarkeit der erhobenen Vorwürfe (z.B. ZeugInnen, Briefe, Mails, ärztliche Atteste, Mobbing-Tagebuch).

Mobbing-Handlungen2

  • Angriffe auf die Möglichkeit sich mitzuteilen (z.B. Einschränkung der Möglichkeit sich zu äußern, ständige Unterbrechungen, ständiges Kritisieren, Telefonterror, Drohungen, Kontaktverweigerungen)
  • Angriffe auf soziale Beziehungen (z.B. nicht mit der/dem Betroffenen sprechen, Versetzung in einen abgelegenen Raum, wie Luft behandeln)
  • Angriffe auf das soziale Ansehen (z.B. schlecht über den/die BetroffeneN sprechen, Verbreiten von Gerüchten, lächerlich machen, Verspottungen)
  • Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation (z.B. keine Zuweisung von Arbeitsaufgaben, Zuweisung sinnloser oder über-/unterfordernder Arbeitsaufgaben)
  • Angriffe auf die Gesundheit (z.B. Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten, Handgreiflichkeiten, Gewaltanwendungen, Zufügung materieller Schäden)

Mobbing-Prävention

  • Mögliche individuelle Vorbeugungsmaßnahmen:3 Stärkung der eigenen Konfliktmanagment-Fähigkeiten, Reflexion der eigenen Anteile am Konflikt, offenes und ehrliches Ansprechen von Konflikten, Inanspruchnahme von Hilfsangeboten im Falle der Eskalation.
  • Mögliche betriebliche Präventionsmaßnahmen: Transparenz der Arbeitsorganisation, Verminderung von längerfristiger Über- und Unterforderung, Supervision, Coaching, Führungskräftetraining, Konfliktfähigkeitstraining, Institutionalisierung eines Problembewusstseins für Mobbing, Einsatz von Mobbingerhebungsmethoden.4 Informationen an die Belegschaft (allgemeine Aufklärung), Informationen aus der Belegschaft sammeln (offenes Ohr), Informationen an EntscheidungsträgerInnen (Qualifizierung), betriebliche Strukturen gegen Mobbing (z.B. Beschwerdewesen verbessern).5

Handlungsmöglichkeiten von Betroffenen6

Folgende Empfehlungen können bei der Bewältigung helfen:

  • der Lösung des Mobbingproblems Priorität geben
  • Mut fassen – Sie können etwas gegen das Mobbing tun
  • Gesprächs- und BündnispartnerInnen suchen
  • die Brauchbarkeit guter (gut gemeinter) Ratschläge selbst beurteilen
  • professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
  • sich Zeit nehmen – nicht unbedingt auf eine schnelle Lösung hoffen
  • gründliches Analysieren des Problems
  • Körper und Seele stärken
  • nach Möglichkeit die Abhängigkeit von der/dem MobberIn verringern – nicht auf Einsicht und Wohlwollen des Mobbers/der Mobberin hoffen (dies schafft Abhängigkeit und Manipulierbarkeit), besser Konzentration darauf, dass Mobbinghandlungen künftig unterbleiben
  • Entwickeln einer eigenen Strategie

1 Vgl Kolodej, Mobbing, Psychoterror am Arbeitsplatz und seine Bewältigung 2, Wien, 2005, 24.
2 Vgl Kolodej, Mobbing, 43ff.
3 Vgl Kolodej, Mobbing, 149f.
4 Vgl Kolodej, Mobbing, 150-167.
5 Vgl Esser/Wolmerath/Niedl, Mobbing. Der Ratgeber für Betroffene 1, Wien, 1999, 95f.
6 Vgl Esser/Wolmerath/Niedl, Mobbing, 39-47.

Quelle und weitere Informationen: AKGL-Folder (Seite 8 - 9)

Literaturtipp: "Viele Hunde sind des Hasen Tod" - Mobbing, Dr. Sabine Engel

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